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105 km Köln-Marathon

 
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Autor Nachricht
Peter Nowak
Forumsanfänger


Anmeldungsdatum: 19.02.2006
Beiträge: 10
Wohnort: Osnabrück

BeitragVerfasst am: 13.10.2006, 13:59    Titel: 105 km Köln-Marathon Antworten mit Zitat

Halllllllo zusammen!!!

Ich habe es geschafft, wir haben es geschafft!!!Jürgen und ich haben den 105 km Köln gemeinsam erfolgreich gefinischt.Und ihr kööööönt Euch nicht vorstellen, wie stolz, wie gut gelaunt, und wie zufrieden ich deswegen bin!
Ich meine, es war der Hammer....

Ich hatte Angst den Ultra-Marathon auf Grund meines Knieproblems von TMB nicht zu Ende laufen zu können.
Es war nicht nur die Angst den 105 Köln nicht zu bestehen, sondern viel mehr davor was danach kommen würde.
Würde ich noch lange Strecken laufen können? oder müsste ich mich auf die "kurzen Strecken" wie nur Marathon beschrenken müssen?!?! Daran mag ich garnicht denken, aber die Frage habe ich mir ernsthaft gestellt.
Natürlich hätte ich auch da nicht aufgegeben, weil ...warum sollte ich das tun? Ich hätte mir einige Prognosen von mehreren Ärzten gehollt,hätte getan und gemacht und wenn es sich nicht verhindern lassen würde, wäre auch eine OP in Frage gekommen.Und was das bei Knien bedeutet, brauche ich einem Läufer nicht erzählen.

Aber nun, das sind ungebackene Brötchen, und darüber will ich nicht mehr schreiben.
Ich habe es geschafft und das ist das was Zählt.Es gibt mir eine riesiege Hoffnung weiter machen zu können, und natürlich haben sich neue Dimensionen für mich eröffnet. Wer weiß, vielleicht schaffe ich irgendwann wie Markus Fischer Von Athen nach Sparta zu laufen!!!

Der Köln war ein geiler Lauf.Ich war im Vorfeld erkrankt, wer weiß vielleicht nur Psychosomatisch, aber ich habe in der woche vor dem Lauf Fieber und in den Nächten mehrere T-shirts verschwitzt In der Woche davor habe ich hart gearbeitet und abends bin ich meiner Freundin auf die Nerven gegangen.Ich war angespannt und sehr nervös.Wir sind am Freitag nach Köln gefahren , da ich mit Sabine um 19 Uhr einen Tanzkurs geben sollten.es war ein sehr Netter Tanzkreisund hat rund un die 2,5 St gedauert.Übernachtet haben wir bei Ulrike Kafka, die sich super um uns gekümmert hat.
Am Samstag sind wir um 8 Uhr in der Franzstrasse bei Jürgen gewesen um die Mountainbike Reise durch Nepal zu besprechen, und dann direkt zur Kölner Messe wegen den Startunterlagen .Im Anschluß nach hause zu Uli, was Essen kurz entspannen und wieder nach Bergisch zum Tanzkurs.Es war reines Marathontanzen mit einer Pause dazwischen.Insgesamt 4,5 Stunden.War aber sehr lustig und wir haben viel Spaß gehabt.
Na ja, danach nach hause, ins Bett und schlafen.
Die letzten 2 Nächte vor`m Marathon habe ich gut geschlafen.
.
Am Sonntag um 9 Uhr ging es los. Ich war etwas aufgeregt, aber ich wusste, daß ich halb Marathon, sowie Inliner Marathon gut schaffen werde.Der übergang zu Marathon war das, worüber ich mir die meisten sorgen gemacht habe.Daß ich es konditionell schaffe, war keine Frage für mich, sondern ob es meine Knochen mitmachen werden.

Den Halbmarathon sind wir mit Jürgen ganz locker angegangen und locker unter 1.35 min gelaufen.Es war die Aufwärmung.Danach in die Wechselzone, inliner anziehen und auf die Bahn.Eine Woche vor dem Lauf haben die Veranstalter die Inliner Zeit um 15 min gekürzt.Das hies für uns 1.45 min oder wir sind raus. Und 15 min mal eben flotter fahren war schon sehr heftig, vor allem wenn danach noch ein Marathon gelaufen werden sollte.Dann war die Rede davon, daß sogar die Läufer, die in 2 St ankommen auch noch gewertet werden.Also war ein gewisser Druck weg gefallen.
Der Inliner Marathon war eine neue Erfahrung für mich.Ich habe ca. 5 Wochen davor das erste mal auf Inlinern gestanden.
Der Inliner-Marathon an sich ist mir recht leicht gefallen.Mir war klar, daß ich mich an Jürgen dranhänge.Das hat auch bis km 30 gut funktioniert, bis wir uns verloren hatten.Das war aber nicht so schlimm, denn es waren so viele Läufer auf der Bahn die mein Tempo gelaufen sind und immer in Kolonen gefahren sind, daß ich mich immer irgendwo untergemischen konnte.Es war auch ein Fehlerloser verlauf für mich.Ich hatte nur ständig im hinterkopf den Marathon. Zwei mal habe ich aus reiner Euphorie versucht die Kolone zu überholen, in der ich ne Zeitlang gefahren bin.Das hat aber nicht funktioniert.Nach nur 100 Metern war ich aus der Puste und die Kolone zog dann gnadenlos an mir vorbei.Schnell habe ich mich wo anders angeklemmt, weil alleine fahren kommt viel länger vor und icst anstrengender.
Durchs Ziel bin ich in 1.44 min, eine Super Zeit für mich.Danach in die Wechselzone. Da habe ich mir so sehr gewünscht, daß Jürgen auf mich wartet.Und Jürgen war da. Er ist eine min vor mir ins Ziel gefahren.
Ich bin mit einem Puls von ca 160-170 gefahren, und das plotzliche stehen bleiben in der Wechselzone hat ein leichtes Kreislaufproblem bei mir ausgelösst.Ich habe mich schnell wieder gefangen, schuhe angezogen, gegessen, getrunken, gefreut und weiter in die 3-te und letzte Runde.
Ich war echt gut drauf und ich habe mich stark gefühlt. Meine Knie haben sehr weh getan, aber mich hat es getröstet, daß es Jürgen nicht besser ging.Und mir war klar, daß die ersten 2 km die Hölle sein werden.Ich konnte meine Beine nicht strecken, aber es hat sich nach 2 km rausgelaufen.
Für mich waren die ersten 8 km recht schnell verlaufen.Da war ich nur am reflektieren was meine Knie so machen, die Km-Zeit im Auge behalten und viel getrunken.Nach km 8 kamm der Einbruch und ab da hat sich jeder Km in die Länge gezogen.....9...10....11....12....13....14 und es wurde immer schlimmer.Die Zeit ging garnicht rum, die km wollten nicht rollen und ich konnte mich nicht in eine Trance laufen, weil ich mega erschöpft war.Selbst mit Jürgen haben wir wenig geredet, da die Puste knapp war.
Ich hatte Schmerzen in den Beinen, wenn ich daran gedacht habe. Und ich habe ständig daran gedacht.Egal, weiter laufen, irgendwie kriege ich den Marathon schon um die Ecke....15....16.....17 bald ist der halbe Marathon vorbei, weiter, trinken, essen, ach, und meine Knie, beinahe hätte ich es vergessen : sie taten nicht mehr weh!
...18,19,20 und Halbmarathon. Es war ein so geiles Wetter, daß ich wusste, auch wenn ich Schmerzen bekommen werde, werde ich den Marathon zu ende bringen, den es waren nur noch 21 km, und ab da wurden die Km runter gezählt.Ich hätte den Rest auch gehend zurück gelegt, was eine ewigkeit gedauert hätte. Plötzlich kamen die Gedanken an Sabine, wie sehr ich sie vermisst habe, wie sehr ich sie in die Arme nehmen wollte, wie sehr ich sie küssen wollte.Ich musste weinen und mir liefen die Tränen über die Wangen.
Wir hatten noch 21 km vor uns und Jürgen hat des Tempo etwas zurück genommen.Wir haben sogar eine Pause gemacht.Es war auch alles egal, wir hatten über 80 km hinter uns, es war ein geiles Wetter, und das Ziel konnte man schon riechen, und ob wir den Marathon unter 4 St schaffen oder nicht hat auch keine Rolle mehr gespielt.
Beide sind wir auf Dixi Klo gegangen, rechts Jürgen und links ich. Ich hatte nur schiss,daß ich von dem Dixiklo nicht mehr aufstehen werde. Aber nach 5 min war mir so warm in der Bude,daß ich nur an die frische Luft wollte. Wir haben uns wieder aufgerafft und weiter dem Ziel entgegen.
Die darauf 5 km waren auch sehr langatmig gewesen, aber ab km 27 war mein Tief wie weggeblasen.
Am Rand habe ich Uli, Petra und den Thomas und Sabine getroffen die uns angefeuert haben.Ich habe mich so sehr darüber gefreut, daß ich alles vergessen habe, bester Laune war und weiter wollte.Ich habe Sabine in die Arme genommen , geküsst und mich einfach nur gefreut.Wenn ich jetzt daran zurück denke, war ich wie in einem ----Rausch, alles nur halbwegs mitbekommen und erst später realisiert.
Ab da leif es wunderbar weiter.Wir haben mit Jürgen gequatscht und gelacht.
Ab km 32 haben wir sogar das Tempo so erhöht, daß das Ziel den Marathon doch noch unter 4 St zu laufen, garnicht so unerreichbar war.Aber auch das haben wir sein lassen, weil wozu? Es war so klasse, daß das Gefühl garnicht mehr getoppt werden konnte!
Plötzlich waren wir km 40, dann 41....Wir waren so am quasseln, so laut und voller Energi, wir haben gelacht und uns auf den Einlauf gefreut, als wir von einer Frau angesprochen wurden : warum wir so viel Kraft noch haben, und ob wir erst bei km 40 eingestiegen wären? Jürgen und ich haben uns nur angeguckt und fast gleichzeitig geantwortet: Es ist der 104-te km für uns und jetzt ist doch wirklich alles egal, den da vorne ist das Ziel!!!Es war so lustig....
Und dann kam der lang ersehnte kilometer 42.Arm in Arm sind wir durch das Ziel gegangen und es war ein pures Glücksgefühl.Es war das, was ich mir gewünscht habe.

In der Insgesamt plazierung war Jürgen 5-ter und ich 6 -ter, oderr besser gesagt 5,5 ter.Aber das spielte für mich keine grosse Rolle!
Hinter dem dritt plazierten waren wir nur 4 minuten, das spielte aber wirklich keine Rolle. Wenn mir jemand gesagt hätte das die Plazierung so greifbar nah war, wir müssten aber getrennt durchs Ziel laufen hätte ich mich nie dafür in diesem Moment entschieden.
Ich habe den 105km geschafft, und nur das zählte.Ich bin bei so einem Highland nicht alleine durch das Ziel gegangen, und das zählte, alles andere war nicht wichtig. Und Jetzt bin ich einfach nur glücklich!!!

Das ich es geschafft habe hat mir persönlich sehr viel gegeben, den nach dem Mont Blank war ich ganz schön niedergeschlagen. Doch jetzt geht es wieder aufwärts, und meine hässlichen Bandagen haben mir sehr gute Dienste geleistet.
Und den dritten Platz?.... nähstes Jahr!....Sowie die Langdistance beim Triathlon....und vieles, vieles mehr!
Jetzt mache ich bis ende des Jahres so gut wie nichts mehr.Irgendwann im Dezember ein Marathon mit 800 Höhenmetern, und im November 2 Wochen mit dem Bike durchs Nepal. Aber bis dahin werde ich meine Zeit mit Sabine meiner Familie und Freunden verbringen und einfach nur geniessen!!!!!!!


Also, machts gut und ganz viele liebe Grüsse aus regnerischem Bad Essen
Peter

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Tom.Schier
Forumsfrischling


Anmeldungsdatum: 21.10.2006
Beiträge: 1
Wohnort: Mönchengladbach

BeitragVerfasst am: 21.10.2006, 21:09    Titel: Klasse Bericht !!!!! Antworten mit Zitat

Hallo Peter,

ich hatte eine tierische Gänsehaut als ich deinen Bericht gelesen habe und konnte jedes deiner geschilderten Gefühle vor, während und nach des Wettkampfes voll nachempfinden und es selbst nicht besser beschreiben. Nein falsch etwas war anders: Ich hatte nicht Angst wegen des Knies, sondern um die Wade.
Ich wünsche Dir und Jürgen alles Gute für die nächsten Projekte und vielleicht laufen wir uns ja mal wieder bei einem ähnlichen Event über den Weg.

Grüße nach Osnabrück

Tom (der ganze 64 Sekunden hinter dir in der "Weltrangliste" rangiert Cool - aber was sind schon Platzierungen bei einem solchen Wettkampf)
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Jürgen
Forumsverantwortlicher


Anmeldungsdatum: 17.12.2005
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 26.10.2006, 20:49    Titel: Laufen Antworten mit Zitat

hallo Tom,
das freut mich sehr, dass Du auch Deine Spuren hier im Forum hinterläßt. Ist doch klasse, das Du schnellster Mönchengladbacher geworden bist..., hier im Forum sind nur ganz wenige, die unsere leidenschaft nachvollziehen können bzw. teilen. Um so schöner ist es doch, wenn mal ein Feedback erscheint. ich denke dies könnte auch anderen Mut machen.

Also, freue mich von Dir und Deinen laufabenteuer zu hören.

Beste Grüße


Jürgen
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