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Peter Nowak Forumsanfänger
Anmeldungsdatum: 19.02.2006 Beiträge: 10 Wohnort: Osnabrück
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Verfasst am: 17.09.2006, 16:48 Titel: Die ersten Wochen nach Tour du Mont Blanc |
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Hey ihr Bergfreunde!
Die ganze vergangene Woche war meine Mama bei mir.War echt sehr schön, und meine Wohnung ist top aufgeräumt,der Keller war noch nie so sauber, die Fensterscheiben - sind sie noch drin??- , und mein schrank- alles nach Farben sortiert. Ja, so ist meine Mama....
Nach MB bin ich relativ schnell auf die Inliner gestiegen.Dienstag nach dem Lauf war ich schon am üben, im strömendem Regen.War mir egal.Ich habe eine Wutt in mir gespürrt und mir ist die Decke auf den Kopf gefallen
Ich war einfach sehr enttäuscht, daß ich es nicht geschafft habe.Klar bin ich super stolz so weit überhaupt gekommen zu sein, aber die Enttäuschung darüber, mein Ziel Chamonix nicht erreicht zu haben war einfach größer.
Ich hatte auch das Gefühl enttäuscht zu haben.
Ich an Start des MB gegangen und ich habe mich nicht stark gefühl.Eher schwach.
Die Wochen nach dem Lauf sind auch ganz anders bei mir verlaufen, wie bisher nach den Wettkämpfen. Bisher war das : Ziel erreicht, die ersten 3-7 Tage ein extrem Hoch, ich bräuchte kaum Schlaf, war top fit, bestens gelaunt und wollte Bäume ausreißen.
Nach MB : Das Tief war sofort da, es war eine Enttäuschung. Aber wie Jürgen geschrieben hat es gibt ein 2... 3.. oder 4. mal.
Trotzdem musste ich mich immer wieder aus den Tiefs herausholen, um nicht im Selbstmittleid zu versinken. Ich habe mich klein und einsam gefühlt.
Habe wieder viel Kontakt zu Freunden und Familie aufgenommen.Auch einege Gespräche mit meiner Nichte Angelika geführt.Gestern war ich sogar noch bei Ihr.
Auf jeden Fall habe ich mich aus diesen Tiefs mit hilfe von Freunden rausgegraben, und sogar wieder volllllll angefangen zu kämpfen.Bin wieder bestens im Training und fühle mich gut. Mein Knie? ist bisher okay.
Nach dem MB, wo ich unter anderem leichtsinnig ohne meiner Kniebandagen gelaufen bin, gehe ich jetzt aus dem Haus zum Training ohne sie nicht raus.Und wenn ich sie vergesse kehre ich sofort zurück.
Ich glaube sie helfen mir ganz gut. Das ding warum ich sie nicht anziehen wollte war, daß es einfach nur scheisse aussieht. Ich sehe aus wie Forest Gump in seinen jungen Jahren. Manchmal muss ich mir blöde Sprüche und gelächter auf der Straße anhören, aber das ist mir jetzt scheiss egal. Hauptsache ich kann gut laufen und ohne Schmerzen. Und wer weiss, vielleich fallen sie mir eins von den Knien weg, wie bei Forest es war.....
Der MB war eine super Erfahrung für mich, und ich freue mich sehr daran teil genommen zu haben.
Nach km 44 und ca 2000 Höhenmeter kamm ein einbruch, wo ich beinah in Ohnmacht fiel.Kreisslauf, zu schnell abgestiegen. Kein Aufgeben, weiter gelaufen mit Jürgen. Nähster Berg und 1000 Höhenmeter rauf. ich war echt am ende. Jürgen hat mich gefragt, ob ich ans Aussteigen gedacht habe, es war mir noch nicht ganz so bewusst, aber ich habe es mir sogar gewünscht auszusteigen.-Egal, weiter rauf.Oben, die ersten Sonnenstrahlen. Mein Tief war wie weggeblasen. Ich spürrte, wie die Power und Lust das Ding zu Ende zu bringen in mir hochstiegen. Es war unvorstellbar für mich. Nach so einem Tief, mich so erholt zu haben kannte ich noch nicht. Und das habe ich in mir abgespeichert, ganz tief in mir!!!
Und da war noch das Wohlgefühl in mir, neben Jürgen zu laufen. Ich habe mich so wohl gefühlt, daß ich es garnicht beschreiben kann. Ich glaube sogar noch wohler wie im HH-Marathon. Da bin ich hinter Jürgen her gelaufen und einfach vertraut.Einfach nur vertraut und mich mehrmals in Extase gelaufen , ohne mir über etwas sorgen oder Gedanken gemacht zu haben.Keinen Gedanken an die Zeit verschwendet, oder daran den HH nicht zu schaffen. Nur gelaufen.............und plötzlich war der HH-Marathon zu Ende.Das ging so schnell!
So ehnlich war das auch bei MB, nur noch intensiver.
Was mich gefreut hat, war auch daß ich mich getraut habe Jürgen private Dinge zu fragen.
Der Lauf hat mir einfach Spaß gemacht.
Als ich dann bei km ca. 62 mich bestens gefühlt habe, wollte ich das Gefühl ausnutzen und " Attake nach forne", und da kamm der Schmerz im Knie, und ich lag da. Ich habe es nicht realisiert.Bin aufgestanden und bin weiter gelaufen, und er kamm wieder, und wieder.Und htte es gespürrt.....es ist zu Ende.Aus ist der Traum. Vor Wutt bin ich noch ca. 10 km gelaufen, oder gehumpelt. Aber es war vorbei.Das rechte Knie hat völlig versagt. Nach 72 km bin ich unter Schmerzen ausgestiegen.
Geil war als mich Alex ( der Kameramann) empfangen hat.Er war auf einmal da, und ich habe mich gefreut sein Gesicht zu sehen.Ich war froh auszusteigen...
Als nachts Jürgen geschrieben hat : 14 Stunden Dauerregen!-- habe ich mir ernsthaft gewünscht dabei zu sein, mich durch den Regen durchzukämpfen, einfach nur laufen. Ich war neidisch. Völlig irre,oder?
Am nähsten Tag hatte ich tierischen Muskelkater im linken Bein. Ich bin echt fast 10 km Berg ab auf dem linken bein gehumpelt und dachte mir : dann gehe ich eben das Ding! Die Realität hat mich aber schnell ernüchtert. Schade.........
Jetzt bin ich wieder voll dabei!
Laufe und fahre Inliner.Ich habe es mir selbst beigebracht. Vorgestern bin ich paar Anstiege gelaufen, insgesamt 2 St lang, und da ging garnichts. Ich war so erschöpft danach und fertig.Ich hatte keine Lust Berg auf zu laufen, aber ich bin gelaufen, Gestern lockeren 20 mit Inlinern und heute 30 km Inliner und 18 km Laufen, danach 150 Liegestürze in 3 Sätzen und Schulterübungen....und dann sagte Sabine lass uns Spazieren gehen...oh nein! Aber nun, ein lockerer Spaziergang regt die Regeneration!
Ich fühle mich momentan gut und stark. Ich achte aber auch sehr darauf nicht zu viel zu machen, auch wenn es sich vielleicht nicht so anhört.
Wenn ich zu erschöpft von der Arbeit und der vielen Sonne draussen bin, mache ich weniger Training als geplant und mehr Regeneration.
Ich habe viel mit meiner Mama gesprochen, Filme geguckt und viel gelesen in den vergangenen Wochen. Und auf Arbeit? Ich bin ruhiger, nicht mehr so hektisch und Impulsiv, und überlegter.
Ich weiss auch, daß ich Mont Blanc noch mal in Angriff nehmen wede.Diesmal aber etwas anders. Ich will es noch mal versuchen, vielleich 2008 oder 2009.
Ich freue mich Jetzt auf den Köln Marathon, 20,5 Tage noch. Ich Trainiere ehrgeizig um den 105 km Köln erfolgreich abzuschliessen. Und das ist mein Wunsch: ohne Schmerzen im Knie durchzukommen! aber, das klappt schon!
Danach: Nepal mit dem Mountainbike, im Frühjahr Mahrathon mit Jürgen ( unter 2.40 min ?), dann Halbtriathlon und danach im Sommer die LANGDISTANCE! und dazwischen ???????????
Ich bin momentan so aufgedreht,daß ich mich echt bremsen muss, und das fällt mir schwer.Aber was nützt mir das, wenn ich mich verausgabe und übertrainiere.Nichts,garnichts. Aber ich bin bester dinge und achte schon darauf!
Liebe Grüße aus Bad Essen
Peter |
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Jürgen Forumsverantwortlicher

Anmeldungsdatum: 17.12.2005 Beiträge: 111
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Verfasst am: 17.09.2006, 19:41 Titel: Offenheit |
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Hallo Peter, hallo ihr die anderen Leser,
ich bin (wie immer) sehr beeindruckt von Deiner Offenheit und man vergisst, wenn man deine Email ließt, dass Du eine bewegende Suchtgeschichte hinter Dir hast. Auch wie viele andere Leser und User dieses Forums warst Du ganz unten. An dieser Stelle möchte ich Dich zitieren, Dinge die mal waren und die so beschreibst:
..."Als ich 1999 in einer Entgiftung in OS gewesen bin, war mir klar, dass ich bald wieder ins Gefängnis muss. Ich habe mich darauf gefreut. Wieder mal. Oft war der Knast meine letzte Möglichkeit mein Leben zu retten, mein letzter Zufluchtsort wo ich mein Leben einigermaßen im Griff habe- Arbeit, Geld, Anerkennung, einigermaßen klaren Kopf! Oft war der Knast der einzige Ort, wo ich klar, oder besser gesagt nüchtern mit meiner Mama reden konnte, die ich über alles liebe und die mich immer besucht hat! Traurig, war aber so.
Na ja, wie dem auch sei, ich saß in der Entgiftung. Es war einer von den Nächten, wo das Methadon radikal runtergesetzt wurde und man sich auf der Toilette nicht entscheiden konnte, ob man kotzen oder dem Durchfall freien "Lauf" geben soll. Ich meine, wenn beides auf einmal aufgekreuzt, und nur ein Bello da ist....beides gibt ne Sauerei! Es war eine schlaflose Nacht und ich hörte Radio, das von dem Pflegerzimmer kam.
Es war eine Sendung wo Andreas Niedrig ein Interview abgegeben hat. Ich wusste nicht wer das ist, aber er erzählte etwas vom Junkie zum Ironman. Ich war
sprachlos, wie ruhig und überlegt er erzählt hat. Und er hat es geschafft von der Droge los zu kommen. Irgendwie hat sich das in meinem Gehirn verankerter. Erzählte er von den unmöglichen Distanzen, vom Training, aber auch von seiner Frau und seinem Kind, von seinen Freunden. Es war echt der Wahnsinn. Wie ging das habe ich mich gefragt?...."
Heute bist Du Vorbild und einige die heute in Deiner damaligen Position sind werden sich die gleiche Frage stellen.
Peter, Du hast etwas geschafft, was andere nicht schaffen, ob mal Junkie oder nicht, ob Alki oder Manager, oder beides oder oder...
Du hast Dich auf den Weg gemacht Deine Träume zu leben. Und genau dafür sollst du Vorbild sein und darauf kannst Du ganz stolz sein!!!!!!
In diesem Sinne, lass uns die 105 km von Köln (Halbmarathon/Inliner/Marathon am 08.10.) angehen. Wird bestimmt witzig....und danach ist die Saison endlich(!!!!) vorbei...
Liebe Grüße
Jürgen |
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marianne Forumsanfänger
Anmeldungsdatum: 02.01.2006 Beiträge: 24 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 26.09.2006, 11:55 Titel: Gratulation und weiter so... |
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Hallo Peter,
da ich eure gesamten Touren von Berlin aus immer verfolge und von Jürgen auch bestens über die Projekte informiert werde und dann auch noch über Christiane aus Osnabrück über die tollen Entwicklungsschritte etwas höre, möchte ich dir heute einfach mal gratulieren. Es kommt nur darauf an, sich auf den Weg zu machen und dann übern Berg zu kommen und da hast du schon ein gewaltiges Stück geschafft. Toll!! Und ich bin fest überzeugt, dass -wenn du diesen Weg weiterläufst - du dein persönliches Ziel erreichst!
Also weiterhin alles Gute, viel Kaft und Energie, aber vor allem Lebensfreude auf Berg und in Tal , verbunden mit herzlichen Grüßen aus dem sonnigen Berlin
Marianne Kleinschmidt
Bundesweite Koord.stelle der Caritas - Selbsthilfe junger Abhängiger - _________________ Deutscher Caritasverband
Bundesweite Koordinationsstelle
-Selbsthilfe junger Abhänggiger-
Reinhardtstr. 13
10117 Berlin
Telefon (0 30) 28 44 47-38
Telefax (0 30) 28 44 47-33 |
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