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Der Weg des geringsten Widerstandes oder wie handeln?

 
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markus
Gast





BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 18:04    Titel: Der Weg des geringsten Widerstandes oder wie handeln? Antworten mit Zitat

Hallo,
ich schreib hier, um mich erstens selbst zu beobachten und auch weil es
sein könnte, dass ich vor einem großen Scherbenhaufen stehen werde,
wenn es so weiter läuft und irgendwann Hilfe gebrauchen könnte.

Ich will kein Mitleid oder sonst irgendwas. Ich mache es hier öffentlich,
damit ich mich nicht wieder verstecken kann.

Ich habe für mich eine beachtliche Karriere hinterlegt. Heute bin ich
Student und versuche Akademiker zu werden, immerhin schon im dritten
Semester.
Der Weg dorthin war Suchtthematisch nicht einfach, dass ist richtig.
Aber der Rest des Weges bin ich quasi ohne größere Widerstände zu
überwinden gegangen. Hier und heute kommt mir mein Fehlverhalten der
letzten Jahre in die Quere.
Ich muss mein Grundstudium beenden, ansonsten erhalte ich im März
2007 kein Bafög mehr, sondern erst wieder, wenn ich das Grundstudium
beendet habe. Das einzige Problem was ich habe, liegt bei Mathe.
Eigentlich hätte ich bereits 3 Seminare erfolgreich beendet haben sollen,
habe ich aber nicht. Ich habe sie besucht und keinen Finger dafür
gekrümmt. Ich habe mich vor den Klausuren gedrückt. Ich traue mir
Mathe zu, aber dafür muss ich mich intensiv damit beschäftigen, was ich
nicht tue. Das ist mein Problem. Ich handle falsch. Sobald ich anfange
(wenn ich mal anfange) mache ich tausend andere Dinge drumherum
oder ich mache gar nichts und versuche neue Wege zu suchen, um mein
Matheproblem zu umgehen. Ich schaue Fernsehn, esse oder schlafe,
obwohl ich weiß, wie existentiell die kommenden Klausuren für mich sind.
Ich hab noch so ein paar Leute kennengelernt und machmal denke ich,
dass wir vollgefressene Säcke sind, die viel zu faul sind, für sich
Verantwortung zu übernehmen. Dafür hasse ich mich. Es gibt immer
Gründe, warum ich es nicht schaffe, aber wenn ich Menschen sehe aus
anderen Länder, wie die um ihr Überleben kämpfen. Halte ich mein
Problem für unwesentlich. Ist es auch. Letztendlich muss ich nur handeln
und ich weiß wie und wohin. Wie heißt es "Do it or loose it"
Der Weg des geringsten Widerstandes will ich eigentlich nicht mehr gehen,
da ich sonst keine gute Note an der Uni haben werde.
Man kann sagen, dass ich mich gleiten lasse, nur hier und da eine
Entscheidung treffen, die mich irgendwo hinbringt und soweiter.
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Erika Lüschen
Forumsfrischling


Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 6
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 21:28    Titel: Das einzige Problem was ich habe, liegt bei Mathe. Antworten mit Zitat

hallo Markus, als titel habe ich eine zeile aus deinem beitrag kopiert. ich möchte gern von dir wissen, ob diese aussage tatsächlich so stehen bleibt. Das einzige problem das du hast, liegt das wirklich "bei Mathe" ?
Ein lieber gruß, Erika
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markus
Gast





BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

@Erika

Nein, Probleme hab ich einige. Es ist das aktuellste. Warum fragst du?
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Erika Lüschen
Forumsfrischling


Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 6
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 04.09.2006, 23:17    Titel: Antworten mit Zitat

hi,
warum ich frage ? ich möchte gern wissen, wie du das, dein problem, lösen könntest.
Erika
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Erika Lüschen
Forumsfrischling


Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 6
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 08.09.2006, 18:09    Titel: schade, Antworten mit Zitat

ich dachte, das hier sei auch ein diskussions-forum. viel glück, auch "bei mathe", markus, das wünscht dir Erika
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markus
Gast





BeitragVerfasst am: 08.09.2006, 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, eigentlich ist es ganz einfach, handeln!
Das ich nicht gut konzentriert arbeite, liegt wahrscheinlich an meine Sozialisation. Denke ich, hab ich mal gelesen, dass Menschen aus sozial-problematischen Familienverhältnissen, damit Probleme haben. In Sachen Erziehungswissenschaft habe ich Sachen gehört, so dass ich meine, dass träfe auch auf mich zu. Zur Zeit arbeite ich als Mitarbeiter beim Jugendamt und muss mich mit Kinder auseinandersetzen, die aus Familien kommen, indem das Kind eine untergeordnete Nebenrolle spielt. Viele Dinge, die ich sehe, kenne ich von Zuhause und die meisten Studenten, die mitmachen, sind schwerst schockiert, viele weinen. Solche Verhältnisse sind ihnen fremd. Aber ich lenke wieder ab!
Nun, handeln heißt die Devise!
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caroline
Forumsanfänger


Anmeldungsdatum: 22.09.2006
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 27.09.2006, 07:57    Titel: Antworten mit Zitat

markus hat Folgendes geschrieben:
Das ich nicht gut konzentriert arbeite, liegt wahrscheinlich an meine Sozialisation.


Hi Markus,

einerseits dachte ich beim Lesen gerade 'vergiß den ganzen Mist' andererseits denke ich du könntest damit recht haben.

Ich stecke ja selber in einer Umschulung und habe Probleme mit dem Lernen. Zum einen weil ich es nie nötig hatte und somit nie gelernt habe zum anderen weil ich in meiner Umschulungsklasse so stark mit Angstzuständen zu tun habe, dass ich mich mit der Materie nicht auch noch zu Hause befassen möchte.
Dadurch, dass ich gerade erst eine artverwandte Ausbildung gemacht habe, brauche ich das aber auch nicht.

Geh' mal weg von dem allgemeinen 'Sozialisation' und frag' dich, was dir hier und jetzt im Weg steht.

Ich find immer die Frage intessant, ob ich das, was ich gerade scheinbar nicht kann überhaupt 'können darf'. Verstehst du was ich damit meine???

Die zweite Frage die ich mir immer wieder stellen muss, weil die Antwort ganz oft 'nein' ist, heißt, 'darf ich Erfolg haben, und wem schulde ich den Nicht-Erfolg.'

Ich weiß nicht, ob du damit was anfangen kannst oder ob das Problem überhaupt noch aktuell ist. Es ist einfach nur das, was mir beim Lesen eingefallen ist.

LG

Caroline
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markus
Gast





BeitragVerfasst am: 28.09.2006, 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

caroline hat Folgendes geschrieben:

Geh' mal weg von dem allgemeinen 'Sozialisation' und frag' dich, was dir hier und jetzt im Weg steht.


Ich stehe mir selber im Weg.

caroline hat Folgendes geschrieben:

Ich find immer die Frage interessant, ob ich das, was ich gerade scheinbar nicht kann überhaupt 'können darf'. Verstehst du was ich damit meine???

Die Sache ist, dass ich mich nicht in meinem neuen Beruf sehe, sondern, als ein Ex-Junkie, der eine erfolgreiche Karriere hinter sich gebracht hat.
Manchmal träume ich zwar, wie ich den Beruf ausübe, aber wirklich identifizieren tue ich mich damit nicht. Ich frag mich kommt das noch oder was steckt dahinter?
Ob ich es können darf......mmh....es könnte sein, dass irgendwas in mir in dieser nicht-können-Richtung hinlenkt,
ich merke gerade, dass ich noch darüber nachdenken muss....werd mich nochmal dazu äußern....

caroline hat Folgendes geschrieben:

Die zweite Frage die ich mir immer wieder stellen muss, weil die Antwort ganz oft 'nein' ist, heißt, 'darf ich Erfolg haben, und wem schulde ich den Nicht-Erfolg.'


In meiner Therapzeit habe ich anfangs gesagt, dass ich keinen Erfolg haben darf, da ich Verlierer. Dann wollte ich von meinen Erfolgen nichts wissen. Heute lasse ich die Gefühle der Freude zu, aber nur sehr begrenzt und kontrolliert. Ich mag diese Gefühle, aber ich muss eigentliches immer weitergehen, da ich noch nicht am Ziel bin. Ich darf mich deshalb nicht auf meinen Erfolgen ausruhen.

Mein Problem ist immer noch aktuell.

So, genug Gefühle und Erinnerungen in Wallung gebracht.
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markus
Gast





BeitragVerfasst am: 17.11.2006, 16:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab heute die Geometrieklausur bestanden.
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Erika Lüschen
Forumsfrischling


Anmeldungsdatum: 13.08.2006
Beiträge: 6
Wohnort: Bonn

BeitragVerfasst am: 26.11.2006, 22:39    Titel: prima Antworten mit Zitat

hallo markus, ich gratuliere dir. schön, dass du das geschafft hast. bis denn dann, erika
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