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Mein erster Ultra...:Swiss Alpin!!

 
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Autor Nachricht
Peter Nowak
Forumsanfänger


Anmeldungsdatum: 19.02.2006
Beiträge: 10
Wohnort: Osnabrück

BeitragVerfasst am: 03.08.2006, 20:45    Titel: Mein erster Ultra...:Swiss Alpin!! Antworten mit Zitat

Hallo Läufer!!

Ich kann es immer noch kauf fassen,daß ich 78,5 km am Stück gelaufen bin. Das Ginsen aber hat sich die ganze Woche auf den Backen gehalten...und hält sich immer noch!

Auch wenn es mir nicht so gut ging psychisch, war ich körperlich top fitt.
Ich war vom Kopf her schlecht vorbereitet auf den bisher längsten Lauf meiner Laufkarriere.
Ich gerade mit Sabine umgezogen, und Umzüge naggen immer besonders an mir. Die Wurzeln liegen darin in Polen,wo ich beim Umzug nach Deutschland nicht mitwollte. Ich bin nicht Jemand der schnell tiefe Kontakte knöpft, aber Jemand, der sie braucht.
Bei der Rübersiedlung habe ich alles was mir wichtig war: Freunde, bekannte Umgebung, und soger meine erste Freundin da lassen müssen.
Kaum waren wir in Deutschland ging die umzieherei weiter.Erst zu meiner Tante, die alkoholkrank war, wie die ganze Verwandschaft, dann der Umzug zum Lager nach unna massen. Da habe ich schnell Fuss gefasst, weil der größte Teil der Leute Polen waren.Da ging es mir echt gut,aber nach ca. 2 Mon, zogen wir wieder zurüch nach Paderborn,wo ich niemanden kannte.Ich war auch früher schon sehr unsicher, und das hat es mir nicht leicht gemacht Kontakte zu knöpfen. In paderborn 2 Jahre in einer Notwohnung gelebt ( das 1 Jahr 6 Mann in einem Zimmer, das 2 Jahr nur 3 Leute in einem Zimmer.) Danach wieder Umzug, in ein Städchen nähe Paderborn, wo ich ein eigenes Zimmer bekamm, aber wieder niemanden kannte.
Umzüge verbinde ich mit Einsamkeit.Alles muß man neu kennenlernen.Sicherlich hat das ganze etwas schönes und spanenndes, aber die meisten Erfahrungen die ich damit verbinde sind Negativ.
Auch in meiner Knastkarriere hatte ich das gleiche Problem.Immer wenn ich verlegt wurde, habe ich es gehasst.
Es heißt für mich immer wieder von vorn anfangen. Und irgendwie fühle ich mich einsam momentan. Auch wenn das nicht so ist, das Gefühl ist einfach da.
Vor Zermatt -Marathon haben wir mit Sabine 4 mon bei ihren Eltern gewohnt, da unsere Wohnung erst im Juli freigeworden ist, und von dort aus hatte ich 6 km zu Arbeit und nicht 50 km, die über Landstraßen geführt haben.
Auf Jeden Fall war ich da noch nicht im Umzugsstreß, und konnte mich auf den Lauf super vorbereiten. Ich habe mir Gedanken dazu gemacht, mich mitgeteilt und darüber gesprochen, was mir sehr wichtig ist. Es war mein erster Bergmarathon und ich hatte auch Angst gehabt.Angst vor etwas unbekanntem. Beim Moritzburg-Triathlon war das genauso. Ich habe eine ganze Woche davor gejammert und tausende Wehwehchen gepflegt, aber ich war dadurch gut vorbereitet. Die Läufe habe ich ander genossen.Etwas besser!
Nach Zermatt halt bin ich nach hause gefahren und fing sofort mit dem Streichen der Wände an.Eine Woche haben wir allas mit Sabine schön immer nach der Arbeit vorbereitet.Dann kammen die Sachen, die wir in einer Diele 4 mon lang stehen hatten. Wir haben viele Hälfer gehabt.Sehr viele sogar, und die ganze Aktion war auch recht lustig.
Eine Woche Regeneration war nach Zermatt vorüber, und ich fing wieder mit dem Training an. Ich habe mich fitt gefühlt und habe nach der Arbeit immer gut Gass gegeben.Wirklich gut.-- Ich habe hier eine Strecke, die ist ca. 25 km lang und hat insgesamt ca 800 Höhenmeter. Die Anstiege sind nicht wirklich lang, aber sehr steil und verdammt viele davon.
Also bin ich diese Strecke bis kurz vor Verausgabung täglich gelaufen....ich weiß, es war zu viel, aber es hat sich gut angefühlt. Am letzten Tag habe ich mir eine leichte Benderdehnung in der linken Kniekehle gehollt. Aber ich hatte ja noch 6 Tage bis Swiss Alpine.Ich habe mich auf die Tage gefreut, denn ich hatte auch Urlaub.Also wollte ich die ganze Wohnung schön in Schuss bringen.
Es war ein reines Kaos, ich bin über Kabel und Schrauben gestolpert.Ich habe die meiste Zeit damit verbracht das Werkzeug was ich benötigte zu suchen, und immer wieder eine Überraschung in Umzugskartons entdeckt.Viele Lampen waren zerquetscht, im DVD-Recorder hatte ich eine CD vergessen, die sich verkeilt hat.Reparatur 200 Euro. Die ganzen Schrenke waren mit Doppelseitigemklebeband Befestigt, damit die Schubladen nicht aufgehen. Keine Ahnung warum, aber das scheiss Zeug klebt wie Hulle.
Aber so Ehrgeizig wie ich bin hatte ich verbissen alles versucht in ordnung zu bringen.Ich bin paar mal an meine Grenze gestoßen, wo ich mich wirklich beherrschen musste nicht auszurasten. Ich war wirklich froh,daß Sabine oft dabei war!
Wie dem auch sei, ruch zuck war schon Donnerstag, also hieß es bald los nach DAVOS!!!! Um 22 Uhr bin ich ins Bett und um 2 aufgestanden und nach Köln gefahren. Ich war so sehr müde, daß ich krampfhaft die Augen aufhalten musste! Von Köln aus nach Davos und ich konnte nur schlecht schlafen.

Ich hatte tierische Angst vor dem Lauf. Ich meine es waren 78,5 km die da auf mich warteten + 2500 Höhenmeter, und ich absolut keine Erfahrung in Läufen, die über 42 km länge hinaus gingen.
Ich hatte mir keine Zeit genommen für mich, um über alles nachzudenken, bischen zu jammern, Wehwehchen zu pflegen....und ich war müde.
Die Nacht vor dem Lauf habe ich ca 7,5 St geschlafen.Ich war so erledigt, daß ich heulen wollte.

Trotzdem habe ich mich auf den Lauf gefreut, Jürgen und Steffan waren da, Jörg war da und Georg. Als ich in Köln Georg gesehen habe habe ich mich sehr gefreut.
Als ich die Kameraleute aus Düsseldorf abgeholt habe, rief Jürgen an, daß Roland fieber und Mandelentzündung hat. Das hat mich sehr getroffen. Ich fand es schade, weil mich auch auf Roland gefreut habe.Ich freue mich immer auf die Jungs, wenn ich nach Köln fahre...... Es isr immer lustig!!

Plötzlich standen wir am Start des Davos Ultramarathons und 78,5 km lagen vor uns + Höhenmeter! Ich war mir absolut nicht sicher, ob ich ihn schaffen werde. Aber es war mir egal, ich wollte es versuchen. Ich hatte Angst, doch ich war nicht alleine. Es war bevölkt, regnerisch und ich hatte nicht gut eingelaufene Schuhe. Jürgen konnte mich zauberhaft beruhigen. Ich weiß nicht mehr wie, ich weiß nur, daß ich mich wohl gefühlt habe.
Wir sind gestartet, Jürgen, Stefan, Wolfgang und ich.Ich habe mir auch die ungefähren km der Abstiege, Ansteige sowie die Höhenmeter gemerkt.Mir war klar,daß es bis km 33 überwiegend berg ab geht.Von 1500 Meter auf ca. 1000. Das war die Strecke, die ich locker schaffen wollte. Bei km 24 war ich plötzlich so sehr müde,daß ich werend des Laufes öffters kurz die Augen geschlossen habe. Ich hätte so schlafen können. Bei km 31 war ich so müde,daß ich mich zwingen musste zu laufen.Ich hatte echt kein Bock mehr gehabt. Es Lagen noch ca. 47 km vor mir. Aber daran habe ich nicht gedacht,sondern wie ich die Müdigkeit los werde. Ich hatte einige Pinkelpausen, nach den ich dann die Jungs einhollen wollte, aber Respekt vor der Strecke hatte, und Angst davor mich zu verausgaben. Immer hat Jürgen auf mich gewartet, was mich sehr gefreut hat, denn ich war auf der unendlich langen Strecke nich vollig einsamm!
Ab km 33 kamm der Anstieg, den ich bis km 48 laufen wollte.Ich laufe gerne berg auf.Es ist eine Herausforderung fur mich!
Ich habe auch die Jungs verloren, aber in der Zwischenzeit wurde ich wach und bekamm richtig Lust zu kämpfen.Km 43, kurz hinter der -marathonstrecke und noch 35 km vor mir und ich war wieder voll da!!!
Ich habe mich auf den Lauf anders vom Kopf her eingestellt. Ein Marathon endet nach 42 km, der Davos-Marathon hat aber da für mich erst richtig begonnen.Ich habe in der Zwischenzeit Knieschmerzen bekommen.Mein rechtes knie tat so Weh,wie damals, als ich mir eine Entzündung gefangen habe, nach der ich 6 mon Pause machen musste. Aber es tat nur weh, wenn ich daran gedacht habe.Habe ich daran nicht gedacht war ich fitt!
Bei km 48 lief alles nach plan.Ab da war ,es bis km 52 so steil, daß ich nur sehr wenig gelaufen bin.War aber so eingeplannt.Ab km 52 kamm das 2- te Tief!! Der Panorama(?)-Pass verlief über 8km auf der 2600 Höhe. Und es war so kalt da oben, daß mir wirklich alles egal war, nur bloß keine Knie schmerzen bekommen.Es hat mich viel Kraft gekostet mit dem Gedanken zu laufen, und ständig habe ich mich darauf konzentriert. Es war Kalt- 5 Grad, Regnerisch und noch sehr Windig da oben und die Strecke nahm kein Ende. Ich habe paar mal die "wegweiser" gefragt welcher km es sei, und immer fragte ich mich ob ich rückwerts laufe!?!? Ich bin nur getrabt, nicht mehr gelaufen.Ich hatte nichtmal die Energie um mich warm zu laufen, also habe ich gefroren bis auf die Knochen, bis ca. km 57. Dann bekamm ich einen Windschutz.Ich habe da soviel gegessen und getrunken,daß ich mich nur erhollen konnte. Bis km 60 lief alles wieder gut.
Stefan hat uns einen Rat gegeben: Nie zu weit nach vorne schauen.Manchmal stehen bleiben und geniessen, was ich schon geschafft habe!!! Ich machte paar mal den Fehler und schaute nach fotne,weit nach vorne.Da hatte ich kein Bock zu laufen.Ich habe mich umgeschaut nach hinten und bekamm Kreislaufstörung. Da habe ich mich hingesetzt um etwas Kräfte zu sammeln.Es war bei km 56-57 ca. Ich habe mit dem Gedanken gespielt sitzenzubleiben,es war aber zu kalt- also musste ich mich wieder aufraffen!
Bei km 60 habe ich mir die Beine massieren lassen. und auch da wollte ich nicht mehr aufstehen.
Ab da lief es nur noch fast berg ab.Erst sehr steil, und es war schwer für mich zu laufen.Alle haben mich überhollt.Bin schon teilweise stehengeblieben um die Läufer vorbei zu lassen.Ab km 68 war mir alles egal.Da habe ich so eine Wutt bekommen.Wutt auf das Wetter, obwohl ich das Wetter gut fand (bis auf den Panarama-Pass), Wutt auf meine ewigen Knieschmerzen die mich dauerhaft geplagt haben.Ständig habe ich auf den Schmerz gewartet, der sagt : Es ist vorbei Junge!- Aber er kamm und kamm nicht, Wutt einfach auf alles. Ich habe auch tierisch meine Freundin Sabine vermisst.
Die letzten 10 km bin ich noch in ca. 52 min gelaufen.Mir war alles einfach nur egal.Ich wollte ins ziel, hatte keine Lust mich zu quellen.
Ich wollte mich auf den Rasen setzen.

Als ich ins Ziel ankamm, musste ich sowas von Lachen.Ich habe gegrinst,gelacht und mich einfach nur gefreut.Schon die letzten 1000 Meter, wie eine Trance.Ich habe kaum was gehort, nur so ein summen in den Ohren.Die Leute haben gewunken und geschrieen.Und ich war am Lachen.
Dann der Einlauf ins Ziel und die Zeit :8.17 min. WOW!
Empfangen haben mich die Kameraleute Seb (astian) und Hendryk.Zwei wirklich nette Menschen.Ich habe kurz reflektiert und mich tierisch gefreut!!!!!
Danach bin ich auf den Rasen gegangen und habe geweint.
Ich habe mich hingesetzt und konnte Die Tränen nicht mehr halten. Ich habe lange Zeit geweint und alles drumherum war mir egal.
Ich war erschöpft, habe Sabine tierisch vermisst und war Glücklich.
Es waren gemischte Gefühle zwischen Glück und der Angst vor Einsamkeit.
Es waren 78,5 km purer Kampf und es war richtig geil! Auch wenn ich mich etwas schlecht darauf vorbereitet habe. Es hat sich wirklich gelohnt!!


Unser neues Zuhause ist seit gestern fertig.Und es ist wirklich schön geworden.Es liegt noch überall Staub, aber das stört mich momentan nicht.
Ich fühle mich jetzt erst wohl hier und kann es geniessen!

Seit heute habe ich begonnen wieder zu arbeiten,der Urlaub ist zu Ende. Und ich habe mich darauf gefreut, denn heute hatte ich auch meine AnhängerFührerschein- Prüfung und gestern noch die letzte Fahrstunde gehabt.
Ich bin durch die Prüfung durchgefallen. Irgendjemand hat mir die Vorfahrt genommen und ich habe zu spät reagiert. Ich war einfach zu langsam.
Aber es war mir egal in dem Moment.Die Enttäuschung kamm erst später, aber ich finde es nicht schlim.
Alle Prüfungen die ich in den letzten Jahren gemacht habe, habe ich bestanden.Es war schon normal,daß ich bestehe.
Heute bin ich durchgefallen, und vielleicht habe ich es gebraucht. es hat mich auf jeden Fall wider etwas wach gerüttelt!..... Dann halt eben in 2 Wochen herr Prüfer!!!
Das einzige was ergerlich ist waren 2 Sachen: Die 4 Stunden die ich auf Arbeit gefehlt habe, denn Jede Stunde die ich verschenke, ist eine Stunde weniger im Kommendem Jahr im Trainingslager auf Mallorca, und 2- tens die 77 Euro Prüfungsgebühr, denn Geld ist momentan nicht das wovon ich etwas über habe. Aber na ja...es wird schon wieder!

In Davos fand ich es auf jeden Fall toll neben Jürgen,Stefan und Wolfgang zu laufen. Auch wenn sich die Wege irgendwann getrennt haben fand ich es echt klasse! Immer wieder!---Jungs,das war noch lange nicht alles was in mir steckt, ich spürre das!!!!Ich bin nur noch etwas vorsichtig.Ich will auf jeden Fall den Jagthund aus mir raushollen...und den holle ich Raus!
Super fand ich auch,daß Georg nach der langen Verletzungspause wieder am Start ist!!!Und der Halbmarathon war eine Spitzen leistung Georg!!!
Und Jörg, der einen Marathon gelaufen ist.Trotz des ausscheidens wegen Musclezerrung in Zermatt!Hast dich echt gut erhollt, und wahnsinns Leistung Jörg!!!
An Roland habe ich oft denken müssen, denn Du hast von uns Ex...die meiste Erfahrung in Ultraläufen.Hätte dich gerne etwas ausgefragt vorher!--Nächstes mal!


Liebe Grüße aus regnerischem Bad Essen

Peter
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