Bundesregierung schweigt sich aus zu Kindern aus Suchtfamilien

Nach Einschätzung von NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V. spielt im Drogenbericht der Bundesregierung das Thema Kinder aus suchtbelasteten Familien eine nur untergeordnete Rolle. Auf einer halben Seite referiere die Bundesdrogenbeauftragte darin bekannte Fakten mit unzureichenden Zahlen. So würden nur die 30 bis 60.000 Kinder genannt, deren Eltern von illegalen Drogen abhängig sind. Die 2,6 Millionen Kinder von Alkoholiker/innen fielen unter den Tisch. »Kinder aus suchtbelasteten Familien erhalten (…) oft keine adäquate Hilfe und Unterstützung von außen«, resümiere der Bundesdrogenbericht.

Die Drogenbeauftragte, Marlene Mortler (CSU) hatte am Beginn ihrer Amtszeit im Januar 2014 als wichtiges Anliegen ihrer Arbeit die Verbesserung der Situation von Kindern aus suchtbelasteten Familien hervorgehoben und später auch »aktive Hilfen« für die Kinder angekündigt. Im Drogenbericht 2015 finden sich laut NACOA keine Hinweise, wie diese Ankündigungen im Rest der Legislaturperiode noch erfüllt werden könnten.

Quelle: Presseinformation von NACOA Deutschland – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien e. V., Berlin, 22. Mai 2015

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»Generation Mischkonsum – aktuelle Trends und neue Wege«

Fachtagung am 18. Juni 2015 im Rathaus Berlin-Pankow

In unserem Alltag ist Alkohol ein präsentes Konsummittel – gerade von jungen Menschen wird dieser häufig auch mit anderen Substanzen kombiniert konsumiert. (Wechsel)-wirkungen und Risiken sind oft nicht bekannt und durch unbekannte Inhaltsstoffe genauso unberechenbar wie gefährlich. Fachkräfte stellt dies vor Herausforderungen. Was sind aktuelle Konsum-Trends bei jungen Menschen in Berlin?

Die Erfahrung zeigt, dass Aktivitäten zur Suchtprävention in den unterschiedlichen Settings noch immer häufig Einmalveranstaltungen sind – die Erkenntnis, dass diese Art der Suchtprävention jedoch keine Wirkung zeigt, scheint noch nicht ausreichend verbreitet. Vor diesem Hintergrund stellt sich auch die Frage, nach welchen Standards Fachkräfte aus den verschiedenen Bereichen mit jungen Menschen arbeiten sollten, um nachhaltig Wirkung zu erzielen. Die Fachtagung richtet sich an Fachkräfte, die im Setting der Suchtprävention tätig sind.

Programm und das Anmeldeformular hier. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Dieser Fachtag wurde von der Berliner Projekt-gruppe »Na klar…!« geplant und findet im Rahmen der Aktionswoche »Alkohol? Weniger ist besser« 2015 statt.

Ansprechpartner: Fachstelle für Suchtprävention Berlin gGmbH, Mainzer Str. 23, 10247 Berlin,
Email: info@berlin-suchtpraevention.de, Tel: 030 – 29 35 26 15, www.berlin-suchtpraevention.de

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Von Frau zu Frau – FrauenForum

FrauenForum ein Angebot der Suchtselbsthilfe des SKM Köln:

FrauenForum
Regelmäßige verbindliche Treffen für Frauen in Form einer Selbsthilfegruppe
Termine: in regelmäßigem Rhythmus alle zwei Wochen dienstags
Ort: Reha-Zentrum Lindental (SKM), Franzstraße 8-10, Köln Lindental
Kosten: keine

Kontakt: forumfrauen@web.de

 

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Energy Drinks − Neues Factsheet aus der Schweiz klärt auf

Energy Drinks versprechen Fun und Leistungsfähigkeit. Die Auswahl ist beachtlich. Energy Drinks sind überall und jederzeit zu kaufen. Doch was ist in diesen Getränken drin, was bewirken sie? Das neue Factsheet von Sucht Schweiz klärt darüber auf. Hauptbestandteile einer 250ml-Dose sind Koffein (rund 80 mg, was ungefähr zwei Tassen Espresso entspricht), 25-30 Gramm Zucker (entspricht 6-9 Würfeln), Taurin (das unter anderem für die schnellere Aufnahme des Zuckers sorgt) und Vitamin B.

Kritisch ist der übermäßige Konsum, so die Faustregel. Zu viel Koffein (mehr als 400 mg pro Tag) kann zu Schlafstörungen, Angstzuständen und Herzrasen führen. Insbesondere Jugendliche sollten am Tag nicht mehr als 100 mg Koffein zu sich nehmen. Eine einzige Dose »Monster« (500 ml) enthält aber bereits 160 mg. »Das Risiko besteht, dass sie als Aufputschmittel einen festen Platz im Alltag bekommen, so dass in Leistungssituationen »automatisch« zu Energy Drinks gegriffen wird, weil es ohne vermeintlich nicht mehr geht«, erklärt Präventionsexpertin Louisa Sayad von Sucht Schweiz. »Sie können jedoch weder ein Frühstück ersetzen noch ein Schlafmanko beheben.«

Auffallend ist der hohe Zuckergehalt der Energy Drinks. Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit empfiehlt erwachsenen Personen, nicht mehr als 50 Gramm Zucker pro Tag zu sich zu nehmen. Alleine mit dem Konsum von zwei Dosen Energy Drinks wird diese Grenze überschritten. Eine zu hohe Zuckerzufuhr kann zu Diabetes und Übergewicht führen. Wie bei allen Süßgetränken kann der Zucker schließlich bei den Zähnen Spuren hinterlassen. Die Drinks enthalten auch viel Säure, welche wiederum den Zahnschmelz angreift.
Besonders heikel ist die Mischung von Energy Drinks mit Alkohol: Der Zucker kaschiert die Wirkung des Alkohols, was rasch zu übermäßigem Alkoholkonsum führen kann. Gleichzeitig putscht das Koffeein der Energy Drinks auf und täuscht ebenfalls über den Alkohol hinweg. Konzentration und Reaktion bleiben auf der Strecke; die Risikobereitschaft steigt. Aus Präventions-sicht geht der Entscheid des Schweizer Bundes, seit Januar 2014 Mischgetränke von Alkohol und Energy Drinks zum Verkauf zuzulassen, in die falsche Richtung.

Das Factsheet kann gratis unter http://shop.addictionsuisse.ch/de/115 heruntergeladen werden. Auskunft: Markus Meury, Mediensprecher, mmeury@suchtschweiz.ch, Tel.: 0041 21 3212963 (Text: SuchtSchweiz)

Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen, Newsletter 1/15, Hamm, 06. Februar 2015

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Diagnose Alkoholmissbrauch: 13 % weniger Kinder und Jugendliche im Jahr 2013 stationär behandelt

Im Jahr 2013 wurden 23 267 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 19 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär in einem Krankenhaus behandelt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren das 12,8 % weniger als 2012. Bezogen auf 100 000 Einwohner dieser Altersklasse sank ihre Anzahl gegenüber 2012 von 336 auf 296 (- 12,1 %). Dabei ging der entsprechende Wert bei Mädchen und jungen Frauen um 6,7 % zurück (auf 253 Fälle je 100 000 Einwohner), bei Jungen und jungen Männern verringerte er sich sogar um 15,6 % (auf 336 Fälle je 100 000 Einwohner). 71 % der Kinder und Jugendlichen, die wegen akuten Alkoholmissbrauchs stationär behandelt werden mussten, waren noch keine 18 Jahre alt.

Diese Daten stammen aus der Krankenhausdiagnosestatistik für das Jahr 2013.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 040 Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 10. Februar 2015

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Aufruf zur sechsten bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

Ca. 2,65 Millionen Kinder wachsen in Deutschland mit suchtkranken Eltern auf. Sie sind die größte bekannte Risikogruppe für eine eigene Suchterkrankung und lebenslang hochgefährdet, psychische Krankheiten sowie soziale Störungen zu entwickeln. Kinder aus Suchtfamilien sind noch immer vergessene Kinder, die durch die Maschen der bestehenden Hilfesysteme allzu oft hindurchrutschen.
Der aktuelle Bundes-Drogenbericht bilanziert nüchtern, dass diese Kinder und ihre Familien »…derzeit nicht flächendeckend angemessen versorgt bzw. unterstützt werden.« Mehr noch: »Die wenigen passgenauen Angebote aus dem Bereich der Suchthilfe, die in Deutschland für Kinder suchtkranker Eltern existieren, sind meistens unterfinanziert, haben keine Bestandssicherheit und sind für ihre Arbeit oft auf Spenden angewiesen.« Die Initiatoren der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien fordern deshalb unter ande- rem, dass Unterstützungsangebote für Kinder aus Suchtfamilien Teil der Regelversorgung werden müssen. Die Suchtprävention in Schule und Kindergarten muss flächendeckend gestärkt werden. Die Mitarbeiter/innen müssen durch Aus- und Fortbildung befähigt werden, Kinder aus suchtbelasteten Familien erkennen, verstehen und unterstützen zu können.
Um diese Forderungen zu unterstreichen, lenkt die Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien vom 8. bis 14. Februar 2015 die Aufmerksamkeit von Öffentlichkeit und Medien auf diese Kinder. Veranstaltungen und Aktionen in ganz Deutschland sensibilisieren die Öffentlichkeit und Fachöffentlichkeit für die Problematik von Kindern aus Suchtfamilien und vermitteln Informationen. Das Programm der Aktionswoche findet sich auf der Website www.coa-aktionswoche.de

Quelle: Pressemeldung von NACOA Deutschland e.V., Such(t)- und Wendepunkt e. V. und Kunst gegen Sucht e. V., Berlin / Hamburg / Düsseldorf, 12. Januar 2015

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Netzwerkprogramm 2015

Hier das neue Netzwerkprogramm_2015_web !

Viel Spaß!

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Cannabis bei illegalen Substanzen an erster Stelle: Erneuter Anstieg des Bedarfs in der Suchtberatung und Suchtbehandlung

Am 27. November wurde der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD), der so genannte REITOX-Bericht veröffentlicht. Er liefert umfangreiches Zahlenmaterial über die Entwicklung des Drogenkonsums in Deutschland. Nach den aktuellen Daten zur Verbreitung des Drogenkonsums unter Erwachsenen nimmt Cannabis unverändert die vorderste Position ein: 0,5% der deutschen Erwachsenen sind abhängig von Cannabis oder missbrauchen diese Substanz; 0,2% sind kokainabhängig, 0,1% sind abhängig von Amphetaminen, weitere 0,2% weisen Kriterien eines Amphetaminmissbrauch auf.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellte 2014 eine repräsentative Befragung zum Cannabiskonsum junger Menschen (12 bis 25 Jahre) vor: 7,8% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben demnach schon mindestens einmal im Leben Cannabis genommen (Lebenszeitprävalenz), 5,6% konsumierten dies in den letzten zwölf Monaten (12-Monats-Prävalenz) und 1,3% konsumierte Cannabis innerhalb des vergangenen Jahres sogar regelmäßig. Der Trend zur Abnahme des Cannabiskonsums der letzten Jahre scheint sich in einen erneuten Konsumanstieg umzukehren. Vergleichbare Hinweise finden sich auch in den Großstädten Frankfurt und Hamburg.
Die Problematik um Neue Psychoaktive Substanzen (NPS) spielt auch im Jahr 2013/2014 eine große Rolle in Politik und For-schung. NPS tauchen als sogenannte »Legal Highs« schnell, zahlreich und in stetig wechselnden chemischen Zusammensetzungen auf dem deutschen Drogenmarkt auf. Weitere 32 Substanzen werden noch in diesem Jahr dem Betäubungsmittelge-setz (BtMG) unterstellt. Die Einschätzung der gesundheitlichen Risiken von NPS bleibt angesichts ihrer oft unbekannten che-mischen Zusammensetzung sehr schwierig.
Uneinheitlich bleiben die Informationen zur Verbreitung des Konsums kristallinen Methamphetamins (Crystal-Meth). In einigen Regionen Deutschlands besteht ein erheblicher Handlungsbedarf in der Versorgung sowie selektiven und indizierten Prä-vention.
Der Jahresbericht wird im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) von der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) erstellt. Er bietet einen aktuellen Überblick zur Drogensituation in Deutschland.
Zu finden ist der Jahresbericht der DBDD sowie der aktuellen Bericht der EBDD in deutscher Sprache unter www.dbdd.de oder www.drogenbeauftragte.de

Quelle: Pressemeldung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Berlin, 27. November 2014

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Experten hinterfragen Anti-Drogen-Politik

Die Anti-Drogen-Politik in Deutschland muss nach Ansicht von Sozial- und Rechtsexperten überprüft und korrigiert werden. Bei einer öffentlichen Anhörung am 5.11.2014 im Bundestag über einen von den Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen vorgelegten Antrag (18/1613) mit dem Ziel, die Verbotspolitik wissenschaftlich zu überprüfen und auf der Basis zu reformieren, machten die Sachverständigen deutlich, dass insbesondere einzelne Strafandrohungen gegen Drogenkonsumenten, aber auch Ärzte sehr kritisch zu sehen sind. Eine wissenschaftliche Evaluation sei überfällig.
Überdies plädieren mehrere Experten in ihren Stellungnahmen dafür, im Fall von Cannabis (Haschisch/Marihuana) bundesweit einheitliche Mengen für den vom Bundesverfassungsgericht grundsätzlich gewährten zulässigen Eigenverbrauch festzulegen. Die meisten Gutachter begrüßten den Vorschlag, in einer überparteilichen Enquete-Kommission das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) insgesamt zu bewerten und Reformvorschläge zu erarbeiten.
Rechtsexperten und Fachleute aus der polizeilichen Praxis wandten sich in ihren Stellungnahmen zugleich gegen eine unkontrollierte Drogenfreigabe, da andernfalls insbesondere für junge Leute neue Anreize zum Drogenkonsum gesetzt würden. Die Experten machten im Zusammenhang mit der Drogendebatte auch deutlich, dass Zigaretten und Alkohol ähnlich problematisch wirken wie klassische Drogen, aber nicht der Prohibition unterliegen, was in der Bevölkerung schwer vermittelbar sei.
Eine Sprecherin der Berliner Fachstelle für Suchtprävention monierte, es werde zu viel Geld in die Strafverfolgung (Repression) gesteckt, statt die Vorbeugung (Prävention) zu stärken. Die Anti-Drogen-Politik stehe auf den vier Säulen Prävention, Beratung und Behandlung, Schadenbegrenzung sowie Repression, wobei letzteres die »Elefantensäule« sei, die es zurückzudrängen gelte. Das in sich geschlossene Konzept habe »Schlagseite«. Es müssten mehr Mittel in die Prävention fließen. Gerade junge Leute bräuchten mehr fachliche Hilfestellung, um »risikokompetente Entscheidungen« treffen zu können. Auch ein Rechtsexperte, der früher als Oberstaatsanwalt mit Betäubungsmittelkriminalität zu tun hatte, merkte an, mit Strafen und Verboten allein könne der Drogenkonsum nicht eingedämmt werden. Ein anderer Oberstaatsanwalt erklärte, das Betäubungsmittelgesetz funktioniere gut und habe sich bewährt. Die Zahl der Konsumenten sei vergleichsweise klein und auch die Prävention zeige Wirkung. Änderungsbedarf gebe es aber etwa hinsichtlich der einheitlichen Regelung zum Umgang mit Cannabis. Eine wissenschaftliche Evaluierung der Drogenverbotspolitik sei nicht zielführend.

Quelle: hib – heute im bundestag Nr. 560, Berlin, 05. November 2014

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Netzwerk-Gesundheit-Sport-Erlebnis 2014

Abschlussfeier 2014

Treff & Verzäll bei Kaffee/ Kuchen/ alkoholfreie Drinks mit Ehemaligen des Netzwerksprogramms im Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis e.V.Suchthilfen, Bensberger Str.190,  51469 Bergisch Gladbach

Samstag, 06.12.2014 – 16.00 – 19.00 Uhr

Rückblick 2014 „Highlights“ + Programm 2015

Anmeldung und Wegbeschreibung Peter Thölen 02202.10 08 201 oder

Diözesan-Caritas Köln per Mail an georg.seegers@caritasnet.de

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